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Gesundheit

(Flug-) Lärm und Gesundheit, das paßt einfach nicht zusammen. Bereits wenn man sich die sprachliche Herkunft des Begriffes "Lärm" ansieht, wird das deutlich: Der Begriff "Lärm" stammt vom italiensichen "all'arme" resp. französischen "à l'arme!" = "zur Waffe!" ab. Um seine Mitmenschen bei Gefahr zu alarmieren, zur Waffe zu rufen, wurde mittels Lärm Aufmerksamkeit erregt. Und das versetzt unseren Körper in Alarmbereitschaft, in eine unnütze Alarmbereitschaft. Diese Situation wird auch als (schädlicher) Distress bezeichnet und gilt als einer der wichtigsten Auslöser für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. So wird Lärm heute als das zweitgrößte Risiko für die Entstehung eines Herzinfarktes angesehen, direkt hinter dem Rauchen.

Und ganz besonders gesundheitsschädlich ist der nächtliche Fluglärm. Dabei genießt gerade der Schutz der Nachtruhe eine besondere Aufmerksamkeit des Gesetzgebers, und das aus gutem Grund. Der ungestörte nächtliche Schlaf dient dem menschlichen Organismus zur Erholung, zur Regeneration, und zur Stärkung der geistigen Fähigkeiten. Daß ein Übermaß an Lärm das körperliche und seelische Wohlbefinden stört und einen normalen Schlaf beeinträchtigt, liegt wohl klar auf der Hand. Andererseits sind nächtlicher Lärm und verkürzter bzw. schlechter Schlaf verantwortlich für Gesundheitsschäden, die den gesamten Körper betreffen. In welch starkem Ausmaß die menschliche Gesundheit durch Lärm und Schlafstörungen geschädigt wird, ist in den letzten Jahren immer deutlicher geworden und soll hier beispielhaft dargestellt werden.

Nächtlicher Fluglärm führt zu psychischen und Schlafstörungen, wie in einer umfangreichen Studie an ca. 800 000 Flughafenanwohnern anhand eines gesteigerten Medikamentenverbrauchs gezeigt wurde. Studie von Epi.Consult GmbH November 2006

Verkehrslärm, insbesondere nächtlicher Fluglärm, vergrößert das Risiko, an Bluthochdruck und Herzinfarkt zu erkranken bzw. zu sterben. Damit trägt Fluglärm zur Ausbreitung der ohnehin bereits führenden Erkrankungsgruppe in Deutschland bei. (Epidemiology 2007; 18:716-21; HYENA-Studie; Dtsch Ärztebl 2008; 105:548-65; J Public Health 2007; 15:327-37

Nächtlicher und täglicher Fluglärm mindert die Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses und insbesondere die Lernleistungen von Kindern. Die Anstrengungen der Politik, die Leistungen unseres Bildungssystems zu verbessern, werden also durch eine Zunahme von Fluglärm konterkariert. (Science 2003; 300:498-502; Lancet 2005; 365:1942-49; Psychological Science 2002; 13:469-74; Zentralbl Hyg Umweltmed 1999; 202:127-38

Störungen und Verkürzungen des Schlafes können zu gestörter Glukosetoleranz führen und erhöhen das Risiko, an Diabetes Typ II zu erkranken und Übergewicht zu entwickeln. Dazu untersuchten US-Wissenschaftler 18000 Personen. Ergebnis: Teilnehmer, die weniger als vier Stunden pro Nacht schliefen, hatten ein um 73 Prozent erhöhtes Risiko für Übergewicht. Wer im Schnitt fünf Stunden pro Nacht schlummerte, dessen Verfettungsrisiko war offenbar noch doppelt so hoch, wie das von Studienteilnehmern, die genügend Schlaf bekamen. Auch sechs Stunden Schlaf sind wohl noch nicht genug: Immerhin um 23 Prozent erhöht war das Risiko für Übergewicht bei dieser Gruppe.
Vor dem Hintergrund einer starken Zunahme von Diabetes und Übergewicht gerade bei jüngeren Personen ist hier eine strikte Begrenzung von Umgebungslärm geboten. PNAS 2008; 105:1044-9; Horm Res. 2007;67 Suppl 1:2-9; J Appl Physiol. 2005; 99:2008-19; Obesity 2008; 16:643-53; Sleep 2008; 31:517-23; Arch Pediatr Adolesc Med. 2008; 162:305-11

Verkürzter Schlaf mindert die Abwehrkräfte und führt zu einem erhöhten Risiko, an Infektionen zu erkranken. Bei weniger als sieben Stunden Schlaf pro Nacht erhöht sich das Risiko, an einer Erkältung zu erkranken, auf das dreifache im Vergleich zu einer achtstündigen Schlafdauer. Arch Intern Med 2009; 169:62-7

All diese Erkenntnisse aus den letzten Jahren lassen nur einen Schluß zu: Eine Bevölkerung, die bereits tagsüber ständig steigendem Verkehrslärm ausgesetzt ist, braucht unbedingt eine ungestörte Nachtruhe! Das im Grundgesetz verankerte Recht auf körperliche Unversehrtheit darf nicht durch Verkehrslärm unterlaufen werden, und keinesfalls durch nächtlichen Fluglärm! Und auch im Angesicht der ständig steigenden Kosten im Gesundheitssystem ist eine weitere Zunahme von Erkrankungen wie Hypertonie, Diabetes und Adipositas auf keinen Fall hinzunehmen.

Umso trauriger, daß gerade aktuell die Bundesregierung versucht, die wenigen bestehenden Nachtflugbegrenzungen weiter einzuschränken und damit den Interessen der Luftverkehrswirtschaft immer stärkeren Vorrang vor dem Schutz der Bevölkerung einräumt.

 

 


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